Keine Angst vor CO2

Kohlenstoffdioxid (CO2) begegnet uns im Alltag in vielen Formen. Es ist nicht nur in der Atemluft enthalten, sondern seit langem nutzt der Mensch die Eigenschaften von CO2 für unterschiedliche Zwecke:

Als Bestandteil der Schutzatmosphäre für verpackte Lebensmittel, als Schutzgas beim Schweißen, als Feuerlöscher, als Trockeneis, als umweltfreundliches Kältemittel (R744) in
Klimaanlagen, bis hin zum Sahnesprüher oder eben auch in der Getränkeherstellung.

Die heimische Küche wurde von CO2-Flaschen durch die zunehmende
Verbreitung von Wassersprudlern erobert. Nach und nach wächst auch im Privathaushalt der Wunsch nach mehr Komfort und so kommt es, dass die Sprudelgeräte den Tafelwasseranlagen Platz machen, die nun auch die Möglichkeit bieten, größere CO2 Flaschen einzusetzen.

In eigener Sache:

Dieser Artikel ist dazu gedacht, Ihnen vor dem Kauf eines Tafelwassersystems die Unsicherheit zu nehmen. Deshalb möchten wir Ihnen im Folgenden Kohlendioxid näherbringen und Ihnen zeigen was im Umgang mit CO2 zu beachten ist.
Zugunsten der Lesbarkeit haben wir die unserer Meinung nach wichtigen Punkte zusammengefasst. 
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Lektüre der Bedienungsanleitungen und Einhaltung der Handlungsanweisungen für Ihre Geräte. Lassen Sie Sich im Zweifelsfall auch gerne das Sicherheitsdatenblatt Ihres Gaslieferanten zusenden. 

Am Textende finden Sie Hinweise zu weiterführenden Informationen.

Erfahren Sie hier, worauf Sie beim Umgang mit CO2 achten müssen.

CO2 Flaschen

Unter Druck verflüssigt

Durch den Einsatz von Druck und Kühlung kann CO2 verflüssigt werden. Das flüssige CO2 wird in Flaschen gefüllt. Der Druck der Flüssigkeit in der Gasflasche ist temperaturabhängig und liegt bei normalen Raumtemperaturen bei ca. 60 bar (57bar bei 20°C). Bei der Entnahme über einen Druckminder mit max. 5,2 bar erhält man CO2 Gas.

Die Gasflasche ist nur zum Teil mit flüssigem CO2 gefüllt (0,75kg CO2 pro 1 Liter Flaschenvolumen). Sobald CO2 Gas aus der Flasche entnommen wird, verdampft in entsprechender Menge flüssiges CO2. Letztlich ändert sich durch die Entnahme der Druck in der Flasche nicht, solange flüssiges CO2 enthalten ist. Auch bei fast leeren Flaschen hängt der Druck nur von der Temperatur ab. 

Bei der Entnahme kühlt sich CO2 ab. Die intensive Abkühlung bei plötzlicher Entspannung lässt neben CO2 Gas auch CO2 Schnee entstehen, der auch als Trockeneis Verwendung findet. 

Bei normalem Umgebungsdruck entspannt sich 1 kg CO2 zu 550 Litern Gas.

Steckbrief
Name:Kohlenstoffdioxid
Alias:Kohlendioxid
SpitznameKohlensäure
Chemische KurzformCO2
Farbefarblos
Geschmackgeschmacks-/geruchsneutral
Gewichtschwerer als Luft
Besondere Merkmalenicht brennbar;
löst sich in Wasser;
gasförmig bei atmosphärischem Druck;
kann bei hoher Konzentration Asphyxie verursachen
KennzeichnungUN1013
E290-lebensmittelkonformes Kohlendioxid
Nicht entzündbare, nicht giftige Gase

Auswirkung auf die Gesundheit

Ab einer Konzentration von etwa 3% in der Atemluft kann Kohlendioxid schädlich wirken und Kopfschmerzen, Unwohlsein oder Atemstörungen auslösen. Bei höheren Konzentrationen ab ca. 8% kann CO2 Krämpfe auslösen, zu Ohnmacht oder Atemstillstand bis hin zum Tod führen. 

Eine weitere Gefahr birgt die intensive Abkühlung bei plötzlicher Entspannung, die bei Kontakt zu Kaltverbrennungen führen kann.

Das sollten Sie unbedingt beachten

Hände weg von Steigrohrflaschen

Steigrohrflaschen sind nicht für die Verwendung in Tafelwasseranlagen geeignet.
Steigrohrflaschen werden für die Entnahme von flüssigem CO2 unter vollem Flaschendruck verwendet!

Steigrohrflaschen sind als solche gekennzeichnet.

Die 3% Regel

Im Falle eines Gasaustritts darf die theoretisch mögliche CO₂ Gaskonzentration in geschlossenen Räumen 3% nicht überschreiten.

In der Praxis bedeutet das: Je Kilogramm CO₂ in der Flasche erfordern mindestens 17m³ Raumvolumen, um die 3% Regel einzuhalten.

CO₂-Flaschen-
größe
Raumvolumen
mindestens
Raumfläche mindestens
(bei 2,5m Raumhöhe und ca. 10% Möbel)
2 kg34 m³15 m²
6 kg102 m³45 m²
10 kg170 m³75 m²

Innerhalb des Raumes muss die Luft zirkulieren können.
In kleineren Räumen muss mit geeigneten Maßnahmen wie einem Gaswarngerät oder Belüftung der ungefährliche Betrieb sichergestellt sein.

Weiterführende Informationen

Informationen zum Sicheren Betrieb von Getränkeschankanlagen finden Sie auf den Seiten der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Schlagwort: https://medien.bgn.de/catalogs/asi_6-80/pdf/complete.pdf

Sicherheitshinweis zum Umgang mit Kohlendioxid: https://www.linde-gas.at/de/images/Sicherheitshinweis_12_AT_V120_nq_tcm550-101562.pdf